Alumni des Monats Juni: Isabelle Loosli

 

Zur Person:

Isabelle Loosli

Director Value Management bei Sunrise Communications AG

Nach meinem Studium an der Universität St. Gallen mit Schwerpunkt Marketing, Kommunikation und Dienstleistungsmanagement bin ich in die Unternehmensberatung eingestiegen. Der Wechsel zur Sunrise Communications AG kam vor fast 9 Jahren, wo ich bis dato vor allem in den Bereichen Bestandskundenmanagement & Pricing tätig bin.

 

Frage 1: Hallo Frau Loosli! Was hat sich bei Ihnen seit Abschluss des Studiengangs getan? Stehen Sie mit einigen Teilnehmern noch in Kontakt?

Unmittelbar nach Abschluss des Studiengangs habe ich intern eine neue Stelle angetreten. Die neuen Anforderungen insbesondere auch bezüglich der grösseren Führungsspanne konnte ich mit Hilfe des CAS Rucksacks besser meistern.

Neben den offiziellen Alumni Anlässen treffe ich einen Teil der Mitstudenten regelmässig zum Mittagessen in Zürich, wo wir gemütlich plaudern, uns aber auch über vergangene und künftige Herausforderungen austauschen.

 

Frage 2: Vor Ihrer Zeit bei Sunrise haben Sie in der Strategieberatung gearbeitet. Können Sie sich noch an Ihre grösste Herausforderung beim Jobwechsel erinnern?
Die Unsicherheit bezüglich Kulturwandel und Zusammenarbeit mit den Kollegen hat mich im Vorfeld des Wechsels am Meisten beschäftigt. Zum Glück hat sich herausgestellt, dass die Unternehmenskultur von Sunrise sehr stark durch den Zusammenhalt der Teams geprägt wird. Das ist ein riesiges Asset, welches viel Motivation und Dynamik in die Teams bringt.

 

Frage 3: Sie sind bereits über 8 Jahre in leitenden Positionen bei Sunrise tätig. Wie beurteilen Sie die Entwicklungen innerhalb der Branche?

Der Schweizer Telekommunikationsmarkt ist in den letzten Jahren immer kompetitiver geworden. Neben etablierten nationalen Telekommunikationsunternehmen treten zunehmend global agierende Wettbewerber in den Schweizer Telekommunikationsmarkt ein. Diese Anbieter stellen weltweit internetbasierte Gratis- sowie Bezahldienste einschliesslich Telefonie, Messaging, Streaming oder Cloud Lösungen zur Verfügung. Diese Entwicklungen führen insgesamt zu einer stetig wachsenden Nachfrage nach hohen Bandbreiten, die den Zugriff auf Daten und Anwendungen mit hoher Geschwindigkeit und mit hoher Qualität erlauben. Die jederzeitige Verfügbarkeit von Daten und Diensten sowie deren Sicherheit nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Moderne, leistungsfähige Netzinfrastrukturen bilden dafür die Grundlage und die Netzqualität wir immer wichtiger.

In fast allen Bereichen führt die Marktsättigung zu einer Intensivierung des bestehenden Verdrängungswettbewerbs. Durch den erhöhten Preisdruck sehen sich die meisten Marktteilnehmer mit tendenziell sinkenden Umsätzen konfrontiert. Die Anbieter müssen auf diese Entwicklung mit einer Anpassung der Produkte und Services reagieren. Im Zentrum der Anpassungen stehen dabei neue, konvergente Angebote, die neben einem Festnetzbreitbandanschluss mit Internet, TV und Festnetztelefonie zusätzlich einen oder mehrere Mobilfunkanschlüsse enthalten können.

Das Angebot im Schweizer Telekommunikationsmarkt ist im internationalen Umfeld weit entwickelt und eine voranschreitende Digitalisierung und Vernetzung prägt das Umfeld.

 

Frage 4: In Zeiten des digitalen Wandels kommt es oft auf die Unternehmenskultur an? Wird bei Ihnen Kultur auch immer wichtiger?  
Die Art der Zusammenarbeitet verändert sich auch bei uns mit zunehmender Digitalisierung. Das wiederum beeinflusst die Unternehmenskultur. Wir befinden uns hier in einem stetigen Wandel, der uns fordert nicht nur die Technologie und Tools dem digitalen Wandel anzupassen, sondern auch die bestehende Organisation und die dahinterliegenden Prozesse. Hier gilt es neben dem Daily Business die Weichen für diese Neuerungen zu stellen.

 

Frage 5: Das Thema Führung ist eines der Kernelemente des Studiengangs. Was konnten Sie aus den Tagen mit Prof. Dr. Wolfgang Jenewein für Ihr Team mitnehmen?

Vor allem beim Thema Transformationale Führung und Empowerment der Mitarbeiter konnte ich viele Punkte für meinen Alltag mitnehmen. Um mit oben genannten Herausforderungen umgehen zu können, braucht es starke Teams mit dem richtigen Spirit. Das Empowerment der Mitarbeiter wird immer wichtiger, um vorausschauend und unternehmerisch auf Veränderungen reagieren zu können.

Aus einer Organisation mehr zu machen als die Summe ihrer Teile sollte das oberste Ziel sein. Genau hier sind wir als Führungskräfte tagtäglich gefordert.  Denn wie Prof. Dr. Wolfgang Jenewein schreibt, muss „wer Leistung fordert, auch Sinn bieten“. Hier nimmt das „Wozu“ eine zentrale Rolle ein. Ein gemeinsamer, übergeordneter Zweck muss im Vordergrund stehen um Entwicklungsprozesse anzustossen, richtige Anreize zu  geben und Energie zu schaffen, um etwas zu bewegen.

 

Frage 6: Können Sie uns etwas zum Austausch mit Dr. Wladimir Klitschko erzählen?
Er hat mich überrascht. Wieso? Seine offene, positive und interessierte Art hat mich beeindruck und auch die Atmosphäre des gesamten Studiengangs geprägt.  Wir sind dir bewegende Kraft! Das gilt sowohl beruflich wie auch privat. Kleine Impulse und Massnahmen helfen bereits grössere Veränderungen anzustossen. Man muss selber das verändern, was man im gesamten System sehen will.

 

Frage 7: Sie haben bereits vor der Weiterbildung in St. Gallen studiert? Können Sie uns sagen warum Sie sich letztes Jahr wieder für die HSG entschieden haben?
Ich wollte wieder eine Weiterbildung machen, wusste aber kein konkretes Thema resp. hatte keine konkrete Fragestellung, die es für mich zu beantworten galt. Nachdem ich die Website der Universität St. Gallen mit den Weiterbildungsthemen durchgeschaut und die detaillierten Inhalte des CAS Change & Innovation gelesen hatte, war ich gespannt wo mich diese Weiterbildung mit Schwerpunkt auf die Themen rund um Leadership, Selbstmanagement und Kultur hinführen würde. Die Auswahl der Professoren und Referenten sah vielversprechend aus und ich konnte mich auf einen abwechslungsreichen Studiengang freuen.

 

Frage 8: Mit welchen Erwartungen haben Sie damals die Weiterbildung angetreten? Wurden diese erfüllt?
Mein Ziel war es so viel wie möglich von den hochkarätigen Referenten über Change & Innovation zu lernen. Diese Erwartungen wurden vollumfänglich erfüllt. Doch in Kombination mit dem Austausch in der Gruppe, den interessanten Gesprächen mit den Praxisreferenten auch ausserhalb der Lektionen und einer grossen Portion Selbstreflexion, wurde der Studiengang zu einer spannenden Reise, die ich so nicht erwartet hatte.

 

Frage 9: Insgesamt sind ca. 25 Referenten im Programm. Können Sie uns etwas zu den Vortragenden erzählen?
Die Kombination aus Theorie und Praxis wurde mit den gewählten Referenten sehr gut umgesetzt. Spannende Persönlichkeiten mit langjähriger Erfahrung und interessanten Geschichten konnten einen tiefen Einblick in die Themen Change & Innovation geben. Das Thema wurde mit der Heterogenität der Referenten aus verschiedenen Richtungen beleuchtet und erlaubte jedem Teilnehmer für sich relevante Erkenntnisse daraus zu gewinnen.

 

Frage 10: Welche Herausforderung steht bei Ihnen als nächstes an?
Das weiss ich noch nicht so genau. Aber ich freue mich drauf!

 

Wir wünschen Ihnen viel Erfolg, Frau Loosli!