Alumni des Monats Februar: Anja Stouten

Ich habe Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing & Kommunikation an der FH Münster und Düsseldorf studiert, ausserdem verfüge ich über eine Eventmanagement Ausbildung. Nach meinem Studium war ich im Projektmanagement bei einem Automobil-Zuliefer-Unternehmen beschäftigt. Vor 10 Jahren bin ich in die Schweiz ausgewandert und habe meinen Job bei der Sulzer Mixpac AG begonnen. Dort habe ich als Sales und Product Managerin gearbeitet, bevor ich vor 4 Jahren die Leitung des Teams übernehmen durfte.

Frage 1: Frau Stouten, Sie sind in einer leitendenden Position bei Sulzer Mixpac AG. Wie sieht dort Ihr Aufgabenbereich aus?

Mein Team ist zuständig für das Produktmanagement unserer Dentalprodukte. Dies umfasst vor allem das Einbringen von Markt- und Kundenanforderungen in Produktentwicklungsprojekte, aber auch das Steuern unseres Produktportfolios inkl. Analysen, Reports und Verbesserungsmassnahmen. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Arbeit widmet sich neuen Produktideen und Marktanalysen, um den Markt auch langfristig mit innovativen Produkten beliefern zu können.

Frage 2: Sie sind schon fast 10 Jahre bei Sulzer. Wie hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren weiterentwickelt?

Sulzer hat in den letzten Jahren viele konjunkturbedingte und ölpreisabhängige Krisen durchlebt. Die Sulzer Mixpac AG, für die ich arbeite, ist unabhängig von diesen Einflussfaktoren, wir sind somit ein stabiler Anker im Konzern. Generell gab es viele Veränderungen durch M&A Aktivitäten am Markt und im letzten Jahr wurde die Division APS (zu der ich gehöre) neu gegründet. Dies hat unserem stetigen Wachstumstrend noch mehr Schwung verliehen und wir erwarten auch für die folgenden Jahre ein gutes Wachstum in unseren Bereichen.

Frage 3: Die Digitalisierung macht auch vor der Kunststoff- und Gummibranche nicht halt. Mit welchen Fragenstellungen ist Ihre Branche aktuell konfrontiert?

Wir liefern vor allem Produkte für die Zahnabformung in den Dentalmarkt, dort stellt sich die Digitalisierung als Wettbewerbs-Herausforderung für uns dar, da sogenannte CAD/CAM Technologien (digitale Abformung und Fräsmaschinen zur Erstellung dentaler Lösungen) unseren Absatz angreifen könnten. Jedoch ist die Technik hier noch nicht so stark, dass man von einer grossen Bedrohung sprechen könnte.

Jedoch beobachten wir ständig, was am Markt geschieht und stellen fest, dass vor allem in Zahnarztpraxen die Digitalisierung in Form von vernetzten Systemen (Röntgen, CAD/CAM etc.) Einzug hält. Aber auch das Medienverhalten der Zahnärzte verändert sich, online- und soziale Medien erhalten einen grösseren Stellenwert. In Märkten wie Brasilien werden klassische Medien (wie z.B. Fachmagazine) fast vollständig von sozialen Medien verdrängt. Generell ist die Dentalbranche eine langsame Branche, so dass wir Veränderungen im Verhältnis zu anderen Branchen erst später bemerken.

Frage 4: Sie haben in Ihrer Laufbahn wahrscheinlich schon einige Weiterbildungen besucht. Warum haben Sie sich für das Change & Innovation Management-Programm an der Universität St. Gallen entschieden?

Spontan hat mich die Agenda angesprochen. Viele Weiterbildungen enthalten Themen, die einem nicht so liegen. Bei dem Change & Innovation Management-Programm ging es mir da anders, jedes Thema war relevant für mich – entweder neu oder notwendig für eine Auffrischung. Diesbezüglich wurde ich auch wirklich nicht enttäuscht.

Frage 5: Dr. Wladimir Klitschko doziert im Lehrgang zum Thema Umgang mit Herausforderungen und zieht dabei Parallelen zum Hochleistungssport. Was könnten Sie von ihm lernen und wie war er als Person?

Disziplin ist ohne Frage eine Stärke aus dem Spitzensport, die auch in Unternehmen eine grosse Rolle spielt. Ziele diszipliniert und konsequent verfolgen, sich der eigenen Ziele bewusst sein und diese in realistische Unterziele zu formulieren – sind nur einige Punkte die Dr. Wladimir Klitschko anschaulich und überzeugend vermittelt hat.

Als Person ist er sehr zugänglich, interessiert und hat sich eine Menge Zeit für seine Studenten genommen. An diversen Anlässen hat er teilgenommen und war jedes Modul präsent und ansprechbar. Das hat mich positiv überrascht, vor allem auch seine offene Art und die Bereitschaft sein Wissen jederzeit zu teilen.

Frage 6: Im Lehrgang geht es vor allem um Change Management, Innovation und die persönliche Weiterentwicklung. Welche Erkenntnis konnten Sie am besten in Ihren beruflichen Alltag integrieren?

Wir hatten sehr wertvolle Reflexionszeiten, diese haben mich auch in meinem Alltag positiv beeinflusst. Ich wusste mehr denn je, wo ich stehe, was ich will und wie ich das vermitteln kann.

Das «theoretische» Wissen zu Änderungsprozessen und modernen Führungsmodellen hilft mir auch heute täglich weiter. Ich kann das Verhalten meiner Mitarbeiter besser verstehen und habe Methoden gelernt, wie ich sie an Bord hole und erkenne, wo sie stehen und was sie zur erfolgreichen Veränderung noch benötigen.

Frage 7: Sie haben den 2017-Lehrgang mit 20 anderen Teilnehmern erfolgreich absolviert. Wie war der Austausch innerhalb der Gruppe? Konnten Sie von den Erfahrungen der anderen Absolventen profitieren?

Unsere Gruppe ist einfach weltklasse! Wir haben uns in Gruppenarbeiten, Pausen und am Abend gegenseitig gecoacht, zugehört und bestärkt. Das hat nicht nach dem Abschluss aufgehört. Wir treffen uns nun bereits zum zweiten Mal, um aktuelle Themen, Herausforderungen und Errungenschaften zu diskutieren. Viele der Teilnehmer befinden sich in irgendeinem Veränderungsprozess und diese Gruppe schafft es, jeden einzelnen darin zu unterstützen und teilzunehmen.

Die Erfahrungen der anderen Teilnehmer sind einer der Hauptbestandteile des Studiums, der das Erlernte anschaulich macht und andere Perspektiven aufzeigt.

Frage 8: Was ist Ihnen vom CAS Change & Innovation Management-Lehrgang besonders in Erinnerung geblieben?

Themen wie aktuelle Führungsmodelle, soziale Kompetenz und Resilienz waren für mich von grosser Bedeutung und sehr aktuell relevant, daher sind mir vermutlich diese auch am Besten in Erinnerung geblieben. Aber auch die Praxis-Inputs zu digitaler Transformation und Eigen-Vermarkttung (Build your own brand) sind mir in guter Erinnerung.

Ganz wertvolle Erinnerungen habe ich an die vielen emotionalen Moment des Lehrgangs (Reflektionszeiten, «Der heisse Stuhl» zum Feedback empfangen, die Social-Events und natürlich unsere Abschlussfeier).

Frage 9: Wem würden Sie diesen Studiengang empfehlen?

Führungskräfte oder solche, die es werden wollen, um sich mit den neuen Herausforderungen in der aktuellen Welt vertraut zu machen

Manager, die in Veränderungsprozessen (persönliche oder berufliche) stecken

Frage 10: Welche Themen stehen bei Ihnen in naher Zukunft an?

2018 steht im Zeichen der Veränderung. Derzeit bin ich an einem Integrationsprojekt beteiligt, bei dem wir eine neu zugekaufte Unternehmung einbinden und gemeinsam neue Ziele definieren. Unsere Wachstumsstrategie bietet ebenfalls viele spannende und neue Themen für mich.

Herausfordernd dabei ist, sich selbst nicht zu vergessen, und die vielen notwendigen Pausen einzulegen, um die Kraft und Energie für all die spannenden Themen nicht zu verlieren.

Vielen Dank für die interessanten Einblicke, Frau Stouten!