Simon Pfiffner

Alumni des Monats Juni 2019

Leiter Fachführung Kundenbegleitung, Cleaning & Prüfungsexperten SBB

Seit 26 Jahren arbeite ich bei den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Ich bin ein Bähnler durch und durch und stolz darauf. Das System und Produkt Bahn begeistert mich tagtäglich. Bevor ich vor 2 Jahren in die Zentrale nach Bern gewechselt bin und die Verantwortung für die fachliche Führung der Bereiche Kundenbegleitung, Cleaning und Prüfungsexperten übernommen habe, führte ich einen Bereich von 200 Kundenbegleiter/innen in der Ostschweiz. Ich bin 42 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Töchter.

Frage 1: Guten Tag Herr Pfiffner. Vielen Dank für Ihre Zeit. Warum haben Sie sich letztes Jahr für eine Weiterbildung an der Universität St. Gallen entschieden?

Nach dem Abschluss «Master of Advanced Studies in General Management» im Jahre 2013 habe ich persönlich nach einer kurzen «Verschnaufpause» wieder immer mehr den Drang nach einer Weiterentwicklung und Brainfood gespürt. Das Thema Changemanagement hat mich die letzten Jahre sehr stark beschäftigt. Ebenfalls war ich sehr interessiert daran, wie ich mehr Innovation in meinen Bereich bringen kann. Diesbezüglich interessierte mich der aktuelle Stand der Wissenschaft und der Bezug zur Praxis. Ich habe dann diverse Lehrgänge an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen studiert. Das CAS Change und Innovation Management an der HSG hat mich am meisten angesprochen. Nach dem Vorgespräch mit Christoph Mund war für mich klar das ist mein nächster Lehrgang. Was war es für ein glücklicher Zufall, dass dieser Lehrgang nur 45 Minuten Zugsfahrt von meinem Wohnort entfernt lag.

Frage 2: Welche Themenstellungen waren Ihnen bei der Auswahl des Lehrgangs wichtig?

Das Thema Change ist gerade in der schnelllebigen Zeit ein Dauerthema. Wir alle sind ununterbrochen mit Veränderungen konfrontiert und müssen uns diesen stellen – ob man das will oder nicht. Ein Ziel war es, neue Impulse zu bekommen, Change bewusster zu leben und erleben, mitzugestalten und andere Menschen professionell im Veränderungsprozess zu begleiten. Dieses Thema verknüpft mit Innovationsmanagement fand ich eine sehr spannende Mischung.

Frage 3: Sie haben letztes Jahr mit 25 weiteren Führungskräften den Lehrgang erfolgreich abgeschlossen. Können Sie uns etwas zum Teilnehmerfeld erzählen?

Wenn ich an die Teilnehmer denke, dann mit vielen schönen und unvergesslichen Erinnerungen. Das Teilnehmerfeld war bunt gemischt. Von jung bis alt aus den verschiedensten Branchen, mit den unterschiedlichsten Bildungshintergründen und aus verschiedenen Ländern. Diese Diversität hat den Lehrgang sehr bereichert. In sehr positiver Erinnerung ist mir beispielsweise die eindrückliche Firmenbesichtigung der Derungs Licht AG in Gossau von Geschäftsführer und CAS Lehrgang Teilnehmer Andreas Schenkenbach geblieben.

Frage 4: Welche Referenten sind Ihnen in Erinnerung geblieben?

Viele Referenten haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Angefangen mit einem sehr motivierenden Einstieg zum Thema VUCA World und Leadership von Prof. Dr. Jenewein. Ebenfalls im ersten Modul hat mich das Thema soziale Kompetenz mit André Kasiske sehr berührt. Das vertiefte Auseinandersetzen mit dem Thema Empathie und «Beziehungsbrücken» hat mein Verhalten nachhaltig verändert. Die Dozenten Prof. Dr. Frankenberger, Prof. Dr. Schögel, Prof. Dr. Herrmann, Prof. Dr. Tomczak und viele andere konnten mit viel Fachkompetenz und wissenschaftlichen Hintergründen zum Thema Innovation und Marketing überzeugen. Geblieben sind mir auch die praktischen Inputs von Rolf Schuhmann zur Zukunft der Digitalisierung. Im letzten Modul ist mir vor allem die sehr emotionale Rede von Prof. Dr. Henkel zum Thema Human Branding geblieben. Und «last but not least» waren die Inputs und der direkte Austausch von und mit Dr. Wladimir Klitschko sehr spannend.

Frage 5: Sie sind seit über 20 Jahren bei der SBB beschäftigt. Mit welchen Veränderungen muss sich der Konzern im Rahmen der Digitalisierung auseinandersetzen?

MDie digitale Transformation birgt für die SBB grosse Chancen aber auch Risiken, insbesondere in den Bereichen Kundenerlebnis und Effizienz. Die technologischen Möglichkeiten erzeugen eine hohe Dynamik, die sich auf die Erwartungen der Kunden und das Ökosystem der Partner überträgt. Immer mehr neue, branchenfremde Wettbewerber dringen schnell in unseren Markt. Wir müssen uns fit machen, um im Wettbewerb zu bestehen und unsere Marktposition zu behaupten. Ein Ziel der SBB ist es, den Kunden mit innovativen Dienstleistungen auf der gesamten Reisekette einen individuellen Mehrwert zu bieten. Die SBB will sich so zum gesamtheitlichen Mobilitätsintegrator weiterentwickeln und ihren Kunden einen einfachen, persönlichen Tür-zu-Tür-Service anbieten.

Frage 6: Wie machen sich diese Veränderungen für die Mitarbeiter bemerkbar?

In vielen Bereichen wird immer mehr «geistige statt körperlicher Arbeit» gefordert. Das ist insbesondere in den klassisch handwerklichen Berufsfeldern eine Herausforderung. Jeder SBB Mitarbeitende hat mindestens ein Digital Device. Die digitalen Kompetenzen der Mitarbeitenden sind aber sehr unterschiedlich. In der Kundenbegleitung gibt es beispielsweise immer mehr digitale Tools zur Unterstützung und professionelleren Beratung und Information unserer Kunden. Die Zahl der physischen Fahrausweise nimmt stetig ab und werden durch E-Tickets abgelöst. Diese Veränderung braucht neue Kompetenzen. Auch in der Reinigung hält die Digitalisierung Einzug. Mit dem Projekt «Cleaning 4.0» nutzen wir digitale Möglichkeiten wie Sensorik und Algorithmen, damit wir weg von der modularen hin zur bedürfnisorientierten Reinigung kommen.

Frage 7: Sinnhaftigkeit bei der Arbeit sowie eine starke soziale und umweltpolitische Verantwortung sind für die junge Generation bei der Wahl ihres Arbeitgebers von zunehmender Bedeutung. Wie machen sich diese Entwicklungen bei Ihrem Unternehmen bemerkbar?

Die SBB bietet energieeffiziente und klimaschonende Mobilitätsdienstleistungen an. Damit haben wir einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Strasse. Gerade in der jetzigen Zeit, wo die Klimadebatte stark geführt wird, glaube ich, dass sich junge Menschen bewusst für die SBB entscheiden. Die SBB hat den grossen Vorteil, dass die wirtschaftlichen Ziele im Einklang mit ökologischen Aspekten und einer sozialen Verantwortung auch Grundlage für das Erreichen bedeutender volkswirtschaftlicher Ziele bilden: Eine wertvolle SBB für die Kunden, die Schweiz und ihre Regionen, den Eigentümer und die Mitarbeitenden.

Frage 8: Wie haben sich die Themen Kultur und Führung bei der SBB durch den digitalen Wandel verändert und welche Erkenntnisse konnten Sie aus St. Gallen diesbezüglich mitnehmen?

Die digitale Transformation geht mit einem grundlegenden Kulturwandel einher: weg von starren Strukturen, isolierter Perspektive und komplizierten Prozessen, hin zu einer durchlässigen, interdisziplinären und vermehrt agilen Zusammenarbeit. In diesem Zusammenhang ist mir die Aussage aus dem ersten Modul geblieben: «Wenn ihr etwas verändern wollt, dann arbeitet an der Kultur». Der Kulturwandel ist ein Dauerprozess, der Zeit und Leadership braucht und höchste Managementaufmerksamkeit erfordert. Der Austausch mit Mitstudenten zeigte aber auch, dass viele Branchen vor derselben Herausforderung stehen.

Frage 9: Welche Tools aus dem Studiengang konnten Sie besonders schnell in Ihren beruflichen Alltag integrieren?
Alles fängt bei mir selbst an! Wie stark ist meine Resilienz? Wie gehe ich mit meinen physischen, emotionalen, mentalen und spirituellen Kapazitäten um und wie nutze und stärke ich sie? Damit setze ich mich seit dem Lehrgang noch bewusster auseinander, was mich persönlich stärkt. Schlussendlich waren es viele Themen und Tools, welche ich in meinen Arbeitsalltag versuche zu integrieren.
Frage 10: Welches Thema aus dem Lehrgang möchten Sie bei sich im Unternehmen in nächster Zeit aktiv vorantreiben?
Es gibt so viele Themen, die aktiv vorangetrieben werden könnten. Aber auch hier gilt es zu priorisieren und bewusst Themen voranzutreiben, welche beispielsweise den grössten Kundenmehrwert generieren. Gerade bei Tätigkeiten in der Zentrale generieren wir den Kundenmehrwert meist über unsere Mitarbeitenden, die im direkten Kundenkontakt stehen. Aus diesem Grund ist die Sinnhaftigkeitsvermittlung für unsere Mitarbeitenden zentral. Das «Why» steht im Zentrum bei der Kommunikation an unsere Mitarbeitenden. Dann schliesst sich nämlich der Kreis und wir landen wieder bei der Frage 7.

Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch, Herr Pfiffner!

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