Cindy Schneiter

Alumni des Monats Januar 2020

Verantwortliche Personal bei Swiss Medical Association FMH

Ursprünglich habe ich eine technische Grundausbildung im Bereich «Haustechnik» abgeschlossen. Ich war damals die dritte Frau in der Schweiz, die eine solche Ausbildung absolviert hatte. Nach dem Abschluss ging ich dann für drei Jahre nach Amerika und habe dort gelebt und gearbeitet bis ich letztlich nach meiner Rückkehr bei der Suche nach einem Job in der Personalvermittlung gelandet bin. Dort habe ich sehr viel über das Personalwesen gelernt und mich dann zu einem späteren Zeitpunkt dazu entschieden, die Ausbildung zur Assistentin und eidg. Dipl. HR-Fachfrau in Angriff zu nehmen. Veränderungen waren für mich sowohl im beruflichen als auch im privaten Leben schon immer ein ständiger Wegbegleiter. Daran zu wachsen und sich weiterzuentwickeln ist heute noch ein wesentliches Element meiner Lebensphilosophie.  Heute bin ich «Verantwortliche Personal» bei Swiss Medical Association FMH und zuständig für sämtliche Belange des Personalwesens.

Frage 1: Vielen Dank für Ihre Zeit Frau Schneiter. Welche Erkenntnisse aus dem Lehrgang konnten Sie als Verantwortliche Personal für Ihren Berufsalltag mitnehmen?

In den verschiedenen Modulen haben wir viele Themen behandelt, welche meinen Arbeitsalltag prägen. Im ersten Modul haben wir uns zum Beispiel intensiv mit Führungskonzepten, Führungsstilen, Sozialkompetenzen, Werten sowie mit der Gesprächsführung beschäftigt. Sich mit den Führungskonzepten auseinanderzusetzen,  innvolviert automaisch eine Reflektion über den eigenen und den im aktuellen Unternehmen vorherrschenden Führungsstil sowie die eigenen und die im aktuellen Unternehmen vorherrschenden Werte. Ich bin davon überzeugt, dass es am Ende immer eine Kombination von verschiedenen Elementen und Theorien ist, die langfristig zum Erfolg führt. Besonders beeindruckt hat mich in diesem Zusammenhang die Fallstudie von Prof. Dr. Wolfgang Jenewein, die deutlich gezeigt hat, dass der Wille zur Veränderung aktiv von der Führung vorgelebt werden muss.  Und dass auch eine erfolgreiche Veränderung später laufend optimiert und angepasst werden sollte, um nachhaltigen Erfolg zu sichern.  Ein zeitgemässer Führungsstil, eine gute Kommunikation und das Einbinden der Fachspezialisten sind hierbei unabdingbar

Frage 2: Warum haben Sie sich damals für den Studiengang beworben?

Unser Verband durchlebt momentan durch sehr viele Veränderungen. Daher war es mir wichtig, mich als Verantwortliche Personal mit diesem Thema vertieft zu beschäftigt, um die 130 Mitarbeitende optimal zu unterstützen. Das mir der Lehrgang auch persönlich so viel bringt, hätte ich nicht gedacht.

Frage 3: Im Lehrgang wird bewusst darauf geachtet, Teilnehmer aus unterschiedlichen Branchen und Bereichen zusammenzubringen. Können Sie uns etwas zum Austausch innerhalb der Gruppe erzählen?

Unsere Gruppe ist innerhalb einer sehr kurzen Zeit mit allen Teilnehmenden eng zusammengewachsen. Der Austausch bei Gruppenarbeiten, während dem Lehrgang sowie auch an den Abenden nach dem Unterricht war sehr spannend. Die unterschiedlichsten Ideen, Persönlichkeiten und Erfahrungen haben diesen Lehrgang enorm bereichert und geprägt. Obwohl alle aus so unterschiedlichen Branchen und Bereichen kamen, haben wir festgestellt, dass wir sehr viele gemeinsame Herausforderungen haben. Ich empfand die verschiedenen Perspektiven der anderen Teilnehmer als äusserst hilfreich. Auch jetzt nach dem Abschluss treffen wir uns immer noch zum Austausch und helfen uns gegenseitig, wo wir können.

Frage 4: Sie sind seit ca. 14 Jahren im Personalbereich tätig. Inwieweit beobachten Sie bei Mitarbeitern und Vorgesetzten eine Veränderung im Führungsstil?

Ich sehe eine Veränderung schon nur im Generationenwechsel, allerdings kann man dies nicht 1:1 übertragen. Das immer noch mehrheitlich Rollen für Fachspezialisten und Experten ausgeschrieben werden, verhindert, dass falsche Personen als Führungskräfte eingesetzt werden oder jemand seinen nächsten Karriereschritt nur noch als Teamleiter sieht, obwohl er kein Leader ist. Einen Fortschritt sehe ich oft bei den Personen, die sich bereits mit ihrem Führungsstil beschäftigt haben, wichtige Aufgaben abgeben können und den Erfolg der Arbeit dem betreffenden Mitarbeiter zuweisen. Teams mit einem solchen Vorgesetzen erlangen oft eine unglaubliche Dynamik, Performance und Zufriedenheit. Willige und kompetente Mitarbeiter im Team zu haben ist hierzu natürlich auch eine weitere Grundvoraussetzung. Solche Teams beobachte ich immer mehr, würde mir aber noch einen grösseren Anteil wünschen.

Frage 5: Inwieweit wird die Digitalisierung Ihren Bereich in Zukunft verändern?

Hier muss ich etwas ausholen. Die Personalabteilung in unserem Verband gibt es erst seit zwei Jahren und ich bin erst ein Jahr dabei. Daher wird der ganze Bereich neu aufgebaut. Was eine sehr schöne und interessante Arbeit ist, neben dem Tagesgeschäft, welches ich alleine verantworte. Mein Ziel ist es, mit den richtigen Tools das Personal so papierlos wie möglich sowie dynamisch und einfach zu gestalten. Die Digitalisierung wird in meinem Bereich allen Parteien viel Zeit ersparen und die Zusammenarbeit wird noch einfacher werden. Eine optimale Ablage der Daten wird vorhanden sein. Der Informationsfluss wird einfacher werden und das Controlling wird noch genauer sein.

Frage 6: Change Management ist ein wesentlicher Bestandteil des Studiengangs. Welche Tools haben Sie an die Hand bekommen, um Veränderungen in Ihrem Unternehmen besser bewerkstelligen zu können?

Führungstipps, Krisenkommunikationsstrategien, Tools zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Selbstmarketing, Excels für das Controlling bei Veränderungsprozessen, Zukunftsvisionen sowie eine tolle Auswahl an Referenten, die mit uns ihre Erfahrungen geteilt haben.

Frage 7: Nächsten Monat geht der Studiengang bereits in seine fünfte Durchführung. Welche Ratschläge hätten Sie für die neuen Teilnehmer?

Ich glaube das Wichtigste ist, offen zu sein, sich mit den Teilnehmern auszutauschen und in den Gruppenarbeiten mitzumachen. Dies trägt am besten zur Entwicklung einer unglaublichen Dynamik sowie einem wertvollen Netzwerk bei. Zudem würde ich mich gut vorbereiten, um den grössten Nutzen aus dem Unterricht zu ziehen.

Frage 8: Können Sie uns etwas zu den Abendveranstaltungen im Lehrgang erzählen?

Die Abendveranstaltungen waren immer gut organisiert und jeweils sehr interessant. Obwohl wir oft schon etwas müde waren nach einem ganzen Tag Unterricht, haben fast alle daran teilgenommen. So wächst der Zusammenhalt der Gruppe stetig an. Da man während dem Unterricht nie Zeit hat sich mit allen auszutauschen, sind die Abendveranstaltungen dafür sehr geeignet.

Frage 9: Gibt es noch Themen die Sie noch mehr vertiefen möchten?

Die Dozenten André Kasiske und Wolfgang Jenewein haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Themen Sozialkompetenz, Kommunikation in der Führung und das Aufbauen von Beziehungsbrücken würde ich gerne noch mehr vertiefen.

Frage 10: Vor welcher beruflichen Herausforderung stehen Sie aktuell?

Den Personalbereich aufzubauen und das Unternehmen durch die vielen bevorstehenden Veränderungen zu begleiten.

Vielen Dank für die spannenden Eindrücke, Frau Schneiter!

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