Monika Sadowska

Alumni des Monats Juli 2020

Manager Strategische Projekte & Change Management 
Amadeus Data Processing GmbH

Meine Leidenschaft für Veränderungen und das Herausfordern des Status Quo führte mich zuerst als Management-Beraterin in die Automobilindustrie und weiter zu meiner aktuellen Position im IT-Bereich. Hier unterstütze ich globale Management-Teams bei der Entwicklung von Strategien, bei deren Operationalisierung und bei der Durchführung der dazugehörigen Veränderungsprojekte. Meine Begeisterung für die Themen Führung, Kommunikation und Change Management entdeckte ich bereits früh während meines BWL-Studiums in München. Dort genieße ich auch nach wie vor meine freie Zeit in den Bergen oder an einem der umliegenden Seen. Außerdem reise ich gerne und probiere immer wieder etwas Neues aus, um meine eigene Komfortzone zu erweitern. 

Frage 1: Guten Tag Frau Sadowska. Die aktuelle Pandemie ist für uns alle eine neue Situation. Wie haben Sie die letzten Monate erlebt?

Es ist eine besondere Zeit, die viele Veränderungen mit sich bringt und uns alle vor Herausforderungen stellt, beruflich sowie privat. Die Pandemie an sich ist dramatisch und sollte nicht unterschätzt werden. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass diese auch positive Nebeneffekte hat. Neue Business Modelle sind jetzt für viele Unternehmen zwingend notwendig und deren Umsetzung, die sich sonst lange hinzog, wird jetzt beschleunigt. Digitale Transformation, gerade bei kleinen und mittleren Unternehmen, wird beschleunigt, da nun vieles online passieren muss. Lieferketten werden auf den Prüfstand gestellt. Darüber hinaus hat sie meines Erachtens, wenn auch nur temporär, einen positiven gesellschaftlichen Einfluss gehabt – ein größeres Gemeinschaftsgefühl, jeder Einzelne kann zur Eindämmung der Pandemie beitragen; es ist die Übernahme der Verantwortung für mehr als nur sich selbst und die eigene Familie. Ich würde mir wünschen, dass wir uns das beibehalten als Gesellschaft – ein bisschen mehr Miteinander und Füreinander.

Und natürlich ist auch das Thema Vereinbarkeit von Arbeit, Leben und Familie plötzlich mehr in den Vordergrund geraten. Dies beinhaltet auch das Arbeiten von zu Hause.

Für mich persönlich hat gerade der letzte Punkt eine große Freiheit gebracht – Stichwort: Home-Office. Durch den Wegfall des Pendelns von knapp zwei Stunden täglich konnte ich die Zeit nun besser für mich nutzen und somit meine Resilienz erhöhen. Ich bin deutlich entspannter geworden, beim gleichen Arbeitspensum. Das würde ich gerne auch in Zukunft beibehalten. Jedoch vermisse ich die informelle Interaktion mit den Kollegen, beim Kaffee oder Mittagessen, den Austausch von Informationen und den Flurfunk. Das kann nur bedingt durch virtuelle Begegnungen ersetzt werden. Auch das Durchführen von Workshops und das gemeinsame Erarbeiten von Strategien und Konzepten ist komplexer. Ein kurzes Brainstorming am Whiteboard ist gerade leider nicht möglich.

Frage 2: Sie arbeiten bereits einige Jahre in der Organisationsentwicklung und sind dort sicherlich auch mit agilen Arbeitsmethoden und Veränderungsprozessen konfrontiert. Warum haben Sie sich letztes Jahr für den Studiengang beworben?

Ich finde es persönlich sehr wichtig, mich immer weiterzubilden, neue Erkenntnisse und Impulse zu sammeln. Ich bin ein großer Verfechter des Gedankens des lebenslangen Lernens.

Die Universität St. Gallen mit dem CAS-Programm bietet eine hervorragende Komposition von Praxisnähe und Wissenschaft zu den Themen Change Management und Innovation, ergänzt durch Inhalte der persönlichen Weiterentwicklung. Als ich das Programm und die Vielfalt an Referenten gesehen habe, wollte ich unbedingt daran teilnehmen.

Auch hatte ich zum Zeitpunkt der Anmeldung gerade ein Change-Management-Programm übernommen und wollte diesem neues Leben einhauchen.

Frage 3: Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der Weiterbildung, die Sie im September 2019 abgeschlossen haben?

Ich wünschte es wäre nicht so schnell vorbei gegangen. Es waren insgesamt sehr intensive vier Präsenzwochen und die Hausarbeiten dazwischen haben es mir ermöglicht einzelne Themen danach nochmals zu reflektieren.

Viele der Referenten und Professoren haben mich inspiriert – insbesondere denke ich dabei an die Vorträge von Prof. Dr. Jenewein und Herrn Kasiske zurück, die mich nachhaltig beeinflusst haben. Darüber hinaus eröffnet der Austausch mit den Kommilitonen neue Perspektiven und Sichtweisen.

Eine großartige Mischung. Ich kann diese Weiterbildung wirklich jedem empfehlen.   

Frage 4: Können Sie uns etwas zum Teilnehmerfeld erzählen?

Während des Lehrgangs habe ich viele großartige Menschen kennengelernt. Die Gruppe war bunt gemischt – verschiedene Branchen, Berufe, Level. Man konnte dadurch von den Erfahrungen der anderen profitieren. Eine tolle Truppe! Wir haben immer noch über WhatsApp Kontakt und es kommt nicht selten vor, dass bei neuen Fragestellungen das Netzwerk angezapft wird.

Frage 5: Die Corona-Krise hat dazu geführt, dass sich viele Unternehmen noch digitaler aufstellen müssen. Welche Vorrausetzungen sind Ihrer Meinung dafür nötig, dass dieser Wandel erfolgreich gemeistert werden kann?

Vor allem ist es wichtig dranzubleiben. Die Corona-Krise hat den Wandel hin zur Digitalisierung beschleunigt. Wichtig ist trotz der Einsparrungen, die viele Unternehmen durch die Krise vornehmen müssen, nicht aufzuhören und auch nicht in alte bequeme Denkmuster zu verfallen. Damit meine ich auch, dass man nach der Krise wieder alles so macht wie davor und die Errungenschaften und neuen Erkenntnisse nur als eine Testphase ansieht, die man wieder ad acta legt. Gerade in Unternehmen, die durch die Pandemie wirtschaftlich in eine herausfordernde Lage geraten sind, sehe ich bei den Mitarbeitern viel Bereitschaft zur Veränderung, um den Unternehmen – ihren Arbeitgebern – zu helfen. Dies sollten die Unternehmen nutzen, um zu handeln. Diese Phase sollte nicht nur zur Kostenoptimierung genutzt werden, sondern um die Unternehmen nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Hier gilt es die bestehenden Geschäftsmodelle zu überprüfen und neue zukunftsfähige Ideen zu entwickeln. Dabei hilft die Digitalisierung, ist aber nicht das Allheilmittel, es ist ein „Enabler“. Die Organisationen müssen sich hinterfragen, neue Konzepte entwickeln und insbesondere die Mitarbeiter dabei einbeziehen.

Frage 6: Die Themen Sinnhaftigkeit und soziale Verantwortung werden für viele Mitarbeiter bei der Wahl Ihres Arbeitgebers immer wichtiger. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Wir sind motiviert, wenn wir den Sinn in unserer Arbeit sehen. Wenn wir einen Mehrwehrt schaffen können und dieser uns auch bewusst ist. Insbesondere schreibt man es der Generation Y & Z zu, dass sie besonders nach der Sinnhaftigkeit der Arbeit suchen. Dabei definiert jeder Sinnhaftigkeit verschieden. Für den einen muss es das große Ganze sein, das Endprodukt oder die Dienstleistung und für den anderen ist es auf bestimmte Aufgaben bezogen. Insgesamt sollte es den Unternehmen heutzutage bewusst sein, dass für das Anwerben von Top Talenten inspirierende Unternehmensvisionen benötigt werden. Und um Mitarbeiter zu motivieren und ihr Potenzial optimal zu nutzen, sollten ihnen die Aufgaben im Kontext zu der Unternehmensvision erklärt werden.

Zum Thema soziale Verantwortung habe ich eine gespaltene Meinung. Fast jedes Unternehmen heutzutage hat eine Social-Responsibility-Strategie. Oft genug ist es jedoch hauptsächlich eine gute Marketingstrategie. Unternehmen sind Teil eines größeren Systems, sie greifen auf globale Ressourcen und Lieferketten zurück und haben auch eine Auswirkung auf die ökologischen Systeme. Daher finde ich es natürlich wichtig, dass Unternehmen ihren Beitrag leisten und Teile der erwirtschafteten Gewinne dafür aufwenden. Die nach außen kommunizierte soziale Verantwortung eines Unternehmens wäre für mich jedoch kein dedizierter Entscheidungsgrund für oder gegen ein Unternehmen als Arbeitgeber.

Ich finde es viel wichtiger, dass die gelebten Unternehmenswerte und die Unternehmenskultur mit den eigenen Werten zusammenpassen. Und durch die Verbindung zum Produkt oder der Dienstleistung des Unternehmens erschließt sich die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit umso mehr.  

Frage 7: Sie haben bereits in verschiedenen Unternehmen und Führungsrollen gearbeitet. Was ist Ihnen im Hinblick auf Führung und Kultur wichtig?

Transparenz, Authentizität, Empathie. Das sind die drei Aspekte, die mir sofort einfallen, wenn es um Führung geht. Transparenz bedeutet für mich so viel wie möglich zu kommunizieren, offen und ehrlich, ohne eine versteckte Agenda. Authentizität – sich als Führungskraft nicht verstellen, hier muss für mich das Wort und das Handeln im Einklang sein, im Sinne: „Walk the Talk“, „Practice what you Preach“.

Empathie verbinde ich mit menschlich sein, auf seine Mitarbeiter eingehen zu können und vor allem in schwierigen Situationen diese zu unterstützen. Frühzeitig Leistungs- und Motivationsschwächen der Mitarbeiter zu bemerken und ihnen nachzugehen. Es geht für mich auch darum die Potenziale der einzelnen Mitarbeiter zu erkennen und diese zu fördern.

Das lässt sich für mich auch wunderbar auf die Unternehmenskultur übertragen. Transparenz wird gelebt, wenn ein offener Diskurs gewünscht und gelebt wird, wenn Themen und Fragestellungen kritisch hinterfragt werden können von jedem Mitarbeiter auf jeder Hierarchiestufe. Authentisch ist für mich die Kultur, in der die Unternehmenswerte und Leitsätze auch gelebt werden. Die offizielle Kultur und die gelebte müssen im Einklang sein. Empathie im Hinblick auf die Kultur bedeutet ein kollegiales Miteinander. Wir verbringen einen sehr großen Teil unseres Lebens mit Arbeit, diese soll Spaß machen. Neben spannenden Aufgaben sind für mich das Umfeld und die Menschen mit denen ich zusammenarbeite essenziell.

Frage 8: Mit welchen Themen aus dem Studiengang haben Sie sich im Nachgang noch intensiver befasst?

Natürlich waren alle Themen zu Führung und dem Veränderungsmanagement für mich besonders spannend aufgrund meiner beruflichen Tätigkeit aber auch aus persönlichem Interesse. Mit diesen Themen beschäftige ich mich kontinuierlich weiter.

Dabei ist die Aussage „Führung hat viel mit Selbstführung zu tun“ besonders nachhaltig hängen geblieben und ich beschäftige mich viel mehr als zuvor mit meinen Werten, meinen persönlichen Prioritäten und wie sich diese auf meine Arbeit und die Beziehungen mit Menschen um mich herum auswirken.

Frage 9: Im Rahmen des Studiengangs möchten die Referenten die Teilnehmer durch neue Inhalte und Impulse auch ein Stück weit aus ihrer Komfortzone holen. Wie ging es Ihnen damit?

Ich glaube, dass persönliches Wachstum und Lernen vorrangig außerhalb der Komfortzone passieren. Deswegen ist es wichtig sich darauf auch im Lehrgang einzulassen, um das meiste daraus für sich rauszubekommen. Es passiert alles in einem sicheren Umfeld, die Referenten und Teilnehmer sind alle sehr unterstützend. Dies erleichterte es mir meine Komfortzone zu verlassen und dazu zählte für mich auch mich viel mit mir selbst, meiner Außenwirkung und meinen Werten zu beschäftigen und mit anderen darüber zu sprechen.

Frage 10: Aufgrund der aktuellen Situation sind Planungen für dieses Jahr leider etwas schwierig. Was haben Sie sich dennoch für 2020 noch vorgenommen?

Glücklich sein. Es klingt so banal, aber in dieser Zeit, vergessen wir häufig – gerade im deutschsprachigen Raum – dass es uns doch immer noch sehr gut geht, dass wir ein sehr gutes Gesundheitssystem haben und die Versorgung mit Lebensmitteln gesichert ist. Etwas was nicht in allen Ländern auf der Welt selbstverständlich ist. Auch wenn bis auf weiteres die großen Reisepläne erst einmal ausbleiben, das Leben irgendwie anders ist als sonst und dies wahrscheinlich auch noch eine Weile so bleibt, ist es mein Ziel trotzdem glücklich und dankbar zu sein.

Vielen Dank für das Interview, Frau Sadowska!

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