Persönliches Info-Gespräch

Gerne geben wir Ihnen weitere Informationen zum Studiengang Change & Innovation Management an der Universität St. Gallen in einem persönlichen oder telefonischen Beratungsgespräch. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!

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Alina Nosenko

Alumni des Monats September 2020

Geschäftsführerin Klitschko Foundation

Aktuell bin ich Geschäftsführerin einer der größten gemeinnützigen Nichtregierungsorganisationen - der Klitschko Foundation sowie eine zivilgesellschaftliche Aktivistin mit Sitz in Kiew.

Ich widme mich der Entwicklung lokaler Gemeinden und der Förderung der Jugend durch Bildungsprojekte. Solche Projekte basieren auf den Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts, um Schulreformen nach vorne zu bringen. Mein Hauptaugenmerk liegt auf der Verbesserung der Bildungsqualität in ländlichen Gebieten, indem wir den Schullehrern und Sporttrainern neue und alternative Unterrichtsmethoden zur Verfügung stellen. Außerdem bin ich leidenschaftlich daran interessiert, Jugendliche für ihre Rolle als aktive Bürger zu sensibilisieren und zu bekräftigen, dass sie die führende Kraft der positiven Veränderungen in ihren lokalen Gemeinden sein können.

Frage 1: Vielen Dank für Ihre Zeit Frau Nosenko. Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise für Sie und Ihr Unternehmen?

Letztes Jahr sagte ich im Vorwort für unseren Jahresbericht, dass wir uns im Jahr 2020 mehr im Bereich der Online-Bildung entwickeln werden. Wir planten, mehr digitale Tools in unsere Projekte zu integrieren. Wir wollten einen Online-Kurs starten, hatten aber definitiv nicht vor, alle Projekte in den Online-Bereich zu verschieben.

Zum Zeitpunkt, als die Quarantäne begann, hatten wir uns zwei Monate lang auf die Umsetzung von 4 Projekten vorbereitet, und ein weiteres Projekt war bereits in der Implementierung. Aber alle unsere Pläne mussten sich wegen der Pandemie schnell ändern. Das Team wechselte zu Remote-Arbeit, Meetings fanden über Zoom statt und Projekte mussten von offline auf online konvertiert werden.

Wenn wir bereits Erfahrung in der Implementierung von Offline-Projekten hatten und diese auf hohem Niveau durchführen konnten, sind Online-Projekte zu einer Herausforderung für uns geworden, da wir in unserer Arbeit bisher keine ähnlichen Formate verwendet haben. Unter unsicheren Bedingungen haben wir uns daher entschlossen, umsichtig zu handeln: Wir haben Ärzte konsultiert, wir haben die Entwicklungen in unserem Land, die Entscheidungen verschiedener internationaler Organisationen und anderer Länder beobachtet und uns dazu entschlossen das neue Format von Projekten zu beherrschen.

Da die Umsetzung von Offline-Projekten zu riskant war, haben wir im Frühling beschlossen, alle 2020-Projekte online durchzuführen. Jetzt sind wir fast am Ende des Jahres und ich kann sagen, dass das ein tolles, erfolgreiches Jahr war. Wir haben die Komfortzone verlassen und haben auf eine völlig neue Schiene gesetzt, was uns neue Erfahrungen und Insights eingebracht hat. Danke, Corona! Unter anderen Umständen hätten wir das wahrscheinlich nie probiert.

Frage 2: Sie haben den Lehrgang vor zwei Jahren erfolgreich abgeschlossen. Welche Gedanken kommen Ihnen, wenn Sie an die Zeit in St. Gallen zurückdenken?

Die Modulwochen waren für mich immer wie frische Luft zu atmen. Ich mag es zu Lernen und das war für mich sehr abwechslungsreich - interessante Referenten und aktuelle Themen, die für die Geschäftsführung wichtig sind, Gruppenmitglieder mit der Expertise aus eigenen Branchen, und was sehr wichtig für mich war  - ich hatte viel Zeit für eine Reflexion, in der ich alles analysieren konnte und überlegen, wie ich es implementieren kann, wenn ich wieder in der Stiftung bin. Ich habe mich auch sehr gefreut, dass ich wieder viel auf Deutsch studieren, reden und diskutieren konnte.

Frage 3: Wie konnten Sie als Leiterin einer der führenden Stiftungen in der Ukraine von den Inhalten des Studiengangs profitieren?

Ich bin sehr dankbar, dass ich den Lehrgang rechtzeitig abgeschlossen habe. In diesen Corona-Zeiten haben mir viele der gelehrten Module geholfen, sehr schnell und ohne Panik die Arbeit meiner Organisation umzubauen und das Team sicher weiter zu führen. Ich glaube, dass die Klitschko Foundation von allen Inhalten profitiert hat, die ich gelernt habe. Nach dem Lehrgang habe ich viel an unseren Programmen und Projekten gearbeitet und probierte noch viel mehr Pilotprojekte zu starten und weitere Ideen zu testen. Dank dem Lehrgang stelle ich meinen Kollegen noch mehr Freiraum für Innovation und Experimente zur Verfügung und tauche gleichzeitig in neue und unbekannte Bereiche ein.

Frage 4: Bei der Zusammensetzung des Teilnehmerfeldes wird sehr darauf geachtet, dass die Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen kommen. Können Sie uns etwas zum Austausch innerhalb der Gruppe erzählen?

Ich finde, dass die Gruppe auf Basis von Werten und Vielfältigkeit sehr gut zusammen gesetzt war. Die Führungskräfte aus unterschiedlichen Branchen haben mit ihren Erfahrungen und Meinungen die Diskussionen bereichert. Auch über den Studiengang hinaus stehen wir weiter im Austausch miteinander und unterstützen uns gegenseitig in professionellen Fragen, was sehr wichtig ist, und freuen uns, wenn jemand über neue Projekte oder über neue Karriereentwicklungen erzählt.

Frage 5: Sie sind bereits viele Jahre im Non-Profit-Bereich tätig. Wie glauben Sie wird sich Ihre Arbeit aufgrund der Krise in Zukunft verändern?

Dieses Jahr ist ein Jahr des Wandels. In der gemeinnützigen Welt haben sich bereits einige Veränderungen ergeben, da wir schnell auf die Corona-Krise reagieren mussten. Viele Organisationen haben ihre Vorgehensweise geändert und der Kampf gegen COVID-19 hatte erste Priorität. Der Einsatz digitaler Tools ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern der "Sauerstoff" für Unternehmen geworden. Es ist nicht zu erwarten, dass der Einsatz verschiedener Technologien im gemeinnützigen Sektor abnimmt oder auf dem gleichen Niveau bleibt. Alles bewegt sich hin zu einer digitalen Welt. Wenn Sie die neuen Spielregeln nicht akzeptieren, verlassen Sie das Spiel, was dem Ende der Existenz sehr nah kommt. Ich glaube, dass gemeinnützige Organisationen sich angesichts der Veränderungen zunehmend digitalisieren und ihre Initiativen mehr online umsetzen werden. Von offline-Aktivitäten hin zu mehr e-Edutainment.

Frage 6: Vielen Menschen werden Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit bei der Arbeit immer wichtiger. Wie beurteilen Sie das aus Sicht einer Non-Profit-Organisation?

Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit sind wichtige Begriffe, sowohl im kommerziellen als auch im nichtkommerziellen Bereich. Mit einer soliden Grundlage ist es einfacher Strategien zu planen und umzusetzen, die Risiken zu berechnen und Bedingungen zu schaffen, um sie zu vermeiden. Dann sind die Aktivitäten der Organisation strukturiert und für verschiedene Wachstumschancen geöffnet.

Dieses Jahr hat uns den wahren Preis für Stabilität und Nachhaltigkeit unserer Aktivitäten gezeigt. Wir haben radikale Veränderungen durchgemacht, aber wir haben auch neue Entwicklungsmöglichkeiten erhalten z.B. haben wir mehr als 500 Jugendliche und Lehrer online ausgebildet und engagiert die eigene Gemeinde zu verändern. Und das ist wirklich eine interessante Challenge, die wir gut bestanden haben. Ich bin stolz auf die Resultate, der sechsmonatigen Remote Arbeit des Teams.

Frage 7: Im Rahmen Ihrer Tätigkeit arbeiten Sie bereits viele Jahre mit Dr. Wladimir Klitschko zusammen. Können Sie uns erzählen welche Themen ihn, nach seiner sportlichen Karriere, antreiben und begeistern?

Vor 17 Jahren haben die Klitschko Brüder eine Stiftung gegründet, um Kindern in der Ukraine zu helfen, aktiv und sportlich zu sein. Heute deckt die Klitschko-Stiftung mehrere Bereiche ab und ist nicht mehr auf die Ukraine beschränkt. Bildung, aktive Bürgerschaft, gesunde Lebensweise, interkultureller Austausch - das sind die Themen, die für Wladimir immer wichtig waren. Die Ansätze für wohltätige Zwecke, Programme und Projekte haben sich unter Berücksichtigung der aktuellen Trends geändert, aber eines ist immer konstant geblieben. Dies ist der Traum, mit dem die Stiftung geschaffen wurde. Die Brüder wollten jedem Teenager beibringen, auf alle Herausforderungen des Lebens vorbereitet zu sein, ganz nach dem Motto: F.A.C.E. the Challenge. Ich denke, es ist dieser Traum, den Wladimir seit so vielen Jahren motiviert hat - wie man mit Herausforderungen umgeht. Das Stiftungsteam und ich versuchen diesen Traum jeden Tag in die Wirklichkeit umzusetzen.

Frage 8: Mit welchen Themen aus dem Studiengang haben Sie sich im Nachgang noch intensiver beschäftigt?

Ich interessiere mich für Resilienz- und Innovationsmanagement. Ich bin überzeugt, dass das sehr wichtige Themen sowohl für den Alltag, als auch für den Job sind. Mit diesen beiden Themen habe ich mich intensiver im Nachgang beschäftigt und probiert es uns im Team anzutrainieren. Es ist ziemlich kompliziert, aber wir machen Fortschritte und dieses Jahr war eine gute Probe diese Fähigkeiten zu wurzeln.

Frage 9: Der Studiengang bietet auch die Möglichkeit zur eigenen Selbstreflexion. Wie war das für Sie?

Der Lehrgang war eine tolle Möglichkeit zur Selbstreflexion. Der Studiengang bietet drei wichtige Komponenten dafür: Ideen zum Nachdenken, interessante Ansprechpartner innerhalb der Studiengruppe und Referenten, als auch die Zeit zwischendurch, wenn du mit Blick auf die Berge nachdenken und das Gelernte reflektieren kannst.

Die Selbstreflexion war schon immer ein Teil meines Lebens. Meine Mutter hat mich immer gefragt - wie war mein Tag, was hat mir an dem Tag gefallen oder nicht. Später habe ich gelernt, dass es facilitated Reflexion war.

Die Kultur der Reflexion ist ein Bestandteil unserer Projekte, bei denen wir zusammen die Eindrücke und Emotionen besprechen. Wir probieren die Selbstreflexion den Jugendlichen beizubringen, da es ehrlich gesagt, leider nicht in der Schule gelehrt wird, es allerdings zu den wichtigsten Fähigkeiten für ein erfolgreiches Leben gehört. Die Selbstreflexion hilft die Gedanken zu sortieren und sich auf neue Herausforderungen vorzubereiten.

Frage 10: Welche grosse Herausforderung wollen Sie dieses Jahr noch meistern?

Bei der Klitschko-Stiftung setzen wir Projekte in den Bereichen Bildung, Sport, aktive Bürgerschaft und Gemeindeentwicklung um, weil wir wissen, dass unsere Aktivitäten in diesen Bereichen einen sehr großen Einfluss haben. Die Coronavirus-Krise hat neue Herausforderungen für die Gesellschaft geschaffen und wir haben gesehen, dass nicht nur das Medizinsystem überlastet war, sondern das Bildungssystem auch. Deswegen wollen wir eine Plattform aufbauen, auf der die Jugendlichen und  die Lehrer interessante Edutainment Instrumente zur Ausbildung finden und nutzen können, um auch gleiche Chancen zu bieten, egal ob man in einer ländlichen oder einer städtischen Schule studiert oder arbeitet.

 

Vielen Dank für das spannende Gespräch, Frau Nosenko!

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