Mattias Mussler

Alumni des Monats April 2020

Managing Partner haircare.group

Bis zum Verkauf an Europas größten Beauty E-Commerce Player NOTINO im Jahr 2017, habe ich das Familienunternehmen Mußler Beauty geleitet und über zwanzig Jahre hinweg zu einer Unternehmensgruppe mit den Schwerpunkten Einzelhandel, E-Commerce und Education ausgebaut. Nach einer zweieinhalb jährigen Tätigkeit als Mitglied des Management Boards von Notino folgte für mich ein Sabbatical. Heute bin ich als Managing Partner bei der haircare.group tätig

Frage 1: Guten Tag Herr Mussler. Es ist momentan eine außergewöhnliche Situation. Wie geht es Ihnen?

Danke - Persönlich geht es mir gut. Ich bin dankbar dafür, dass unsere Familien, Freunde und Kollegen wohl auf sind.

Frage 2: Welche Gedanken kommen Ihnen, wenn Sie an den Abschluss des Lehrgangs im September letzten Jahres zurückdenken?

Ich denke sehr gerne an die Zeit an der HSG zurück, da ich beruflich wie persönlich viel für mich mitnehmen konnte. Es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht mich mit den tagesaktuellen und vielseitigen Themen in den Seminaren auseinanderzusetzen.

St. Gallen und die Region bietet Vieles, um sich auch abseits der Hochschule sehr wohl zu fühlen.

Frage 3: Welche Erkenntnisse aus dem Studiengang helfen Ihnen am meisten die aktuelle Corona-Krise zu bewältigen?

Empower the people! Neben der Absicherung der finanziellen Handlungsfähigkeit ist in der Krise Agilität entscheidend. Teams brauchen die Möglichkeit autonom zu agierenden und schnell Entscheidungen herbeizuführen.

Frage 4: Welche Konzepte aus dem Modul Krisenmanagement mit Prof. Dr. Christian Hoffmann können Sie für Ihr Unternehmen heutzutage anwenden?

Vielmehr bestätigt sich für uns eine der Thesen von Prof. Dr. Christian Hoffmann: „Krisen können auch Profilierungschancen bieten“. Wir haben den Eindruck, dass sich unsere Mitarbeiter gut informiert und abgeholt fühlen und dass es jetzt noch ein stärkeres Verbundenheitsgefühl zum Unternehmen gibt, als vor der Krise.   

Frage 5: Sie sind seit über 20 Jahren in verschiedenen führenden Rollen im Beautybereich aktiv. Wie hat sich das Segment durch die Digitalisierung in den letzten Jahren verändert?

Auf der Industrieseite hat Social Media die Spielregeln für neue Marken verändert und auch kleinen Unternehmen den Marktzutritt ermöglicht. Früher agierten die großen Konzerne mit ihren üppigen Marketingbudgets als Gatekeeper. Es war schier unmöglich für Newcomer zum Kunden durchzudringen. Im Einzelhandel verändert der E-commerce die Strukturen grundlegend.    

Frage 6: Mit welchen Entwicklungen innerhalb Branche rechnen Sie aufgrund der Corona-Krise?

Für Händler die sich bereits vor der Krise mit den Strukturveränderungen schwergetan haben, könnte es jetzt sehr schwierig werden. Die Krise wirkt wie ein Katalysator, der Shift hin zu E-commerce und eine weitreichende Digitalisierung erfolgt jetzt noch schneller.  Bei den Beautymarken ist eine Bereinigung zu erwarten. Der Konzentrationsprozess hin zu weniger und immer größeren Globalplayern wird weiter zunehmen.  

Frage 7: Neben etablierten Unternehmen sind auch Start-ups von den aktuellen Entwicklungen stark betroffen. Welche Veränderungen sehen Sie für junge Marken im Beautybereich?

Das gehört zu den bitteren Begleiterscheinungen von Wirtschaftskrisen. Einerseits finden gerechtfertigte Markt-Korrekturen statt, andererseits scheitern auch gute Konzepte, die eigentlich über das Potential verfügen aber leider nicht das nächste Level erreichen. Häufige Ursache dafür ist, dass es jetzt an den Finanzmärkten sehr schwierig für Start-ups ist, sich klassisch zu refinanzieren bzw. Investoren zu finden.    

Frage 8: Sie beschäftigen in Ihrem Unternehmen ca. 700 Mitarbeiter. Welche Konzepte im Bereich Personalführung haben Sie im Studiengang gelernt?

Die Insights aus den Vorlesungen von Prof. Dr. Wolfgang Jennewein haben beispielsweise auch heute noch Einfluss auf meine Haltung als Führungskraft.

Die Idee hinter Peter Druckers Aussage „Culture eats strategy for breakfast“ ist für mich eine wichtige Maxime geworden.  Gleich zu Beginn meiner neuen beruflichen Aufgabe, habe ich mit meinen Teams angefangen an den Themen Vision und Purpose zu arbeiten.

Frage 9: Können Sie uns etwas zum Teilnehmerfeld erzählen?

Es hat viel Spaß gemacht gemeinsam mit den Kommilitonen an komplexen Cases zu arbeiten. Dabei war es interessant zu erleben, dass auch durch den unterschiedlichen Industry Background der Teilnehmer sich neue und bessere Herangehensweisen entwickelt haben.  Es wurde mir im Laufe der Zeit immer klarer, dass Diversity ein echter Erfolgsfaktor für Unternehmen darstellt. Außerdem freut es mich sehr, dass ich mit einigen Teilnehmern bis heute in regelmäßigem Austausch stehe.

Frage 10: Welche Themen werden Sie beruflich angehen, sobald die Corona-Krise überstanden ist?

Aktuell überlegen wir, welche Möglichkeiten es gibt, den besonders stark von der Krise betroffen jungen Beauty-Unternehmen, helfen zu könnten.

Mit viel Energie und Neugierde durchdenken wir gerade Lösungsansätze für einen unabhängigen Beauty-Inkubator – Es wäre doch toll, wenn wir aus dieser schwierigen Situation heraus etwas relevantes Neues entstehen lassen würden.     

Vielen Dank für Ihre Zeit, Herr Mussler!

Ihr persönliches Informations­gespräch

Gerne geben wir Ihnen weitere Informationen zum Studiengang Change & Innovation Management an der Universität St. Gallen in einem persönlichen oder telefonischen Beratungsgespräch. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!

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