Persönliches Info-Gespräch

Gerne geben wir Ihnen weitere Informationen zum Studiengang Change & Innovation Management an der Universität St. Gallen in einem persönlichen oder telefonischen Beratungsgespräch. Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!

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Sarah Dungs


Alumni des Monats Juli 2022
Geschäftsführerin Greyfield Group

Als Kind des Ruhrgebiets bin ich überzeugt davon, dass Verantwortung, Weitsicht und unternehmerisches Handeln nicht vom Alter, Geschlecht oder der Position abhängen, sondern vielmehr von der inneren Einstellung, dem Selbstvertrauen und dem Mut die Herausforderungen, die vor einem liegen, tatsächlich anzugehen. Nach meinem Bachelorstudium Raumplanung und meinem berufsbegleitenden Master of Science in Real Estate Management und Construction Project Management hatte ich meinen notwendigen Handwerkskoffer für die Immobilienbranche gepackt. Als Geschäftsführerin der Greyfield Group und Vorstandsmitglied der Greyfield Stiftung arbeite ich mit täglicher Leidenschaft daran, einen wertvollen Beitrag für die Ewigkeit unseres Planeten zu leisten.  

Frage 1: Guten Tag Frau Dungs. Vor knapp einem Jahr haben Sie den Studiengang erfolgreich abgeschlossen. Welche Gedanken kommen Ihnen, wenn Sie an die Zeit in St. Gallen zurückdenken?

Ich denke zurück an eine unglaubliche Zeit mit inspirierenden Menschen. Die gesamte Weiterbildung war sicherlich einer der Höhepunkte meiner akademischen Laufbahn. Ich bin noch heute berührt von dem Zuspruch, den ich von vielen Teilnehmern erhalten habe. Darüber hinaus denke ich oft an unseren Challenge-Abend zurück und wie verrückt die 40 Minuten Wall-Sit waren. Aber ein solcher Abend verdeutlicht mehr denn je, was jeder mit Willensstärke und dem richtigen Team erreichen kann.

Frage 2: Das Alumni-Netzwerk des Programms umfasst mittlerweile hunderte Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Branchen. Können Sie uns etwas zu Ihrer Gruppe erzählen?

Wenn wir am Abschlussabend mit rund 40 Topentscheidern aus unterschiedlichen Branchen zusammen auf dem Boden sitzen und zum Lied „Aloha Heja He“ rudern, sagt das glaube ich alles über unsere Gruppendynamik aus. Wir waren eine bunt gemischte Gruppe. Wir haben zusammen gelacht, getanzt und manchmal die Nacht zum Tag gemacht. Aber gerade aufgrund des Teamspirits und dem ähnlichen Mindsets, ist ein wertvoller Mehrwert für alle entstanden. Noch heute denke ich immer wieder an die inspirierenden Persönlichkeiten zurück, die mich auf dieser Reise zutiefst beeindruckt haben. Zu vielen pflege ich auch heute noch engen Kontakt und habe mit Ihnen Weggefährten und Freunde fürs Leben gefunden. An der Stelle möchte ich auch nochmal Danke an all diejenigen sagen, die mein Leben durch Ihre Persönlichkeiten bereichern und mich unterstützen. Ihr seid Weltklasse!

Frage 3: Sie sind seit einiger Zeit als Geschäftsführerin bei Greyfield im Bereich Bestandsimmobilien tätig. Wie kam es zu diesem Schritt und was fasziniert Sie an dieser Branche?

Ich bin seit Beginn ein Teil der Greyfield Group und habe das Unternehmen seit den Kinderschuhen an begleiten dürfen. Meine Leidenschaft, Dinge anders zu sehen, zu hinterfragen und auch mal gegen den Strom zu schwimmen, deckt sich mit der Philosophie unseres Gründers und CEOs, was unter anderem dazu führte, dass wir seit einigen Jahren die Greyfield Group gemeinsam führen.

Inhaltlich bietet die Branche viele Change-Potentiale. Vor 10 Jahren waren wir die Geisterfahrer der Branche, als wir behauptet haben: „Deutschland ist fertig bebaut.“ Bereits damals war klar, dass das Bauvolumen, welches kontinuierlich steigt, mit einem sinkenden Flächenverbrauch kollidiert und dem Bestand immer mehr Bedeutung zukommen wird. Daher haben wir vor zehn Jahren angefangen, den Begriff des Redevelopments zu prägen und mit dem Redevelopment-Leitfaden der gif e.V. einen Standard geschaffen, wie Gebäude wiederverwendet werden können. Der Erhalt des Bestehenden hat dabei viele entscheidende Vorteile, einer der wichtigsten Vorteile werden bei der nachhaltige Lebenszyklusbetrachtung sichtbar, denn das nachhaltigste Gebäude ist das, was bereits gebaut ist.

Frage 4: Ihr Unternehmen bezeichnet sich als eines der innovativsten Player am deutschen Immobilienmarkt. Welche Impulse aus dem Modul Innovation Management konnten Sie für Ihren Berufsalltag mitnehmen?

Ein besonderer Impuls, den ich aus dem Modul Innovation Management mitgenommen habe, ist die Frage: Was ist der Job des Produktes?  Sich vor der Innovation eines Produktes die Frage zu stellen, was der Nutzen ist, welchen das Produkt für den Kunden erfüllen soll, muss immer an erster Stelle stehen. Die Milchshake Story von McDonald‘s ist dafür ein einprägsames Beispiel. Es geht nicht nur darum, das Produkt zu innovieren, sondern sich in die Lage des Nutzers zu versetzen und zu überlegen welchen Job das Produkt für den Nutzer erfüllt. Diese Erkenntnis hat mir auch eine Schwäche der Immobilienprojektentwicklung aufgezeigt. Oft werden Immobilien gebaut oder umgebaut, um das Produkt zu innovieren und für die Investoren zu verbessern, mit allen technischen Möglichkeiten, die der Baubranche zur Verfügung stehen. Wirtschaftlicher und zielführender wäre es, zu überlegen welchen Job die Immobilie an diesen Standort für die Meschen erfüllt und welcher Nutzen generiert werden kann, um dann eine passgenaue Projektentwicklung anzubieten.

Frage 5: Viele Experten glauben, dass der Höhepunkt des Immobilienanstiegs im DACH-Raum mittlerweile erreicht ist. Wie bewerten Sie die Lage unter Berücksichtigung der aktuellen ökonomischen- und politischen Unsicherheit?

Marktzyklen in unserer Branche sind normal. Höhepunkte und Tiefpunkte sowie externe Einflussfaktoren können wir meines Erachtens nicht nur bewerten, wenn wir in die Vergangenheit schauen und versuchen aus vergleichbaren Situationen heraus das gelernte zu übertragen. Ich bin überzeugt davon, dass ein Blick nach hinten zwar sinnvoll, aber niemals die Antwort von Morgen bringen wird. Wir alle haben keine Zeitmaschine und wir können nur spekulieren, wie die Zukunft wirklich aussieht. Unternehmer sollten sich daher vielmehr mit der Frage beschäftigen, wie sie agil und flexible auf mögliche Veränderungen reagieren können.

Wichtig ist dabei die generelle Frage, warum jedes unternehmerische Handeln meist danach strebt, das Unternehmen an die Spitze zu bringen und die Konkurrenz abzuhängen, gemäß dem Motto „Höher – schneller – weiter!“.

Ich bin überzeugt davon, dass genau dieses hemmungslose Streben nach Wachstum, gleichwohl ein Dilemma vieler Unternehmen und unsere Gesellschaft darstellt. Denn Gewinnen bedeutet auch, dass es automatisch einen Verlierer geben muss und der Verlierer ist gerade unser Ökosystem und unser Planet Erde, von dem unser Überleben abhängt.

Wir als Greyfield haben uns daher gegen eine Wachstumsstrategie und für eine Ewigkeitsstrategie entschieden. Wir kennen die Zukunft nicht, können aber aufgrund unserer Strategie flexible und agil auf unterschiedliche Marktzyklen eingehen und für unser Kernziel, einen langfristig lebenswerten Planeten, kämpfen.  

Frage 6: Viele Unternehmen haben es heute sehr schwer geeignetes Personal zu finden. Wie gehen Sie mit diesem Problem um und was macht Ihre Unternehmenskultur aus?

Aufgrund unserer Ewigkeitsstrategie suchen wir unser Personal möglichst langfristig aus und wachsen organisch mit Persönlichkeiten, die unseren Weg kreuzen. Freiheit und Verantwortung gelten bei uns als die wichtigen Werte und diese herausfordernde Kombination ermöglicht unseren Mitarbeitern, Änderungen voranzutreiben und etwas für die Ewigkeit zu schaffen. Wir sind ein Team, was verstanden hat, dass es nicht darum geht, einmalig die Meisterschaft zu gewinnen, sondern langfristig einen wertvollen Beitrag für unseren Planeten und für unsere Mitmenschen zu leisten. Dafür sind gewisse Leitplanken notwendig, die bei uns in einem Arbeitsvertrag auf einer Seite festgehalten sind, darüber hinaus aber zählt vielmehr der innere Antrieb eines jeden Mitarbeiters. Die Unternehmenskultur setzt somit auf individuelle und charakterstarke Menschen, die einen wertvollen Beitrag für Morgen zu leisten wollen. Es freut uns, dass uns viele Mitstreiter folgen und daraus immer wieder Konstellationen der Zusammenarbeit entstehen.

Frage 7: Sie haben viele Jahre in Deutschland in der 1. Bundesliga Feldhockey gespielt. Wie hat der Hochleistungssport Ihnen dabei geholfen in Ihrem Unternehmen eine wertschätzende Leistungskultur zu etablieren?

Über die vielen Jahre im Teamsport habe ich gelernt, dass alle Teammitglieder gleich sind und kein Team eine künstlich gebaute Hierarchie benötigt. Schlimmer noch, eine künstliche Hierarchie beeinflusst ein Team negativ. Konkret heißt das, dass jedes neue Teammitglied unabhängig von Position und Aufgabenbereich bei uns zunächst einmal mit den täglichen Basic-Aufgaben vertraut gemacht wird und den Greyfield-Style lernt. Ich sage dazu immer: „Am Anfang müssen die Bälle gesammelt werden“. Bei uns gibt es keinen, der sich dafür zu schade sein darf, egal ob Werkstudent oder Geschäftsführer. Dadurch entsteht eine notwendige natürliche Hierarchie. Darüber hinaus habe ich gelernt, dass harte Arbeit, Disziplin und der eiserne Wille des Erfolgs die Kerneigenschaften sind, die einen zu persönlichen Bestleistungen verhelfen. Allerdings habe ich in 25-Jahre Teamsport gelernt, dass es um mehr geht, als nur persönliche Bestleistung zu bringen. Für unsere Ewigkeitsstrategie ist der entscheidende Faktor nicht ein „Team voller Stars, sondern ein Starteam“ (Vorlesung Wolfgang Jenewein) zu etablieren. Daher versuchen wir genau eine solche gemeinschaftliche Leistungskultur im Unternehmen zu etablieren.

Frage 8: Aktuell beobachten wir, dass Selbstmanagement für viele Führungskräfte immer wichtiger wird. Welche Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst nicht zu verlieren und nachhaltig erfolgreich zu sein?

Das wichtigste Fundament ist meines Erachtens, die Kenntnis über sich selbst. Wir sind Treiber und nicht Getriebene in unserem eigenen Leben. Das Bewusstsein darüber, welche Werte einen prägen, welche Ziele und Visionen verfolgt werden und was einem Kraft und Energie gibt und kostet, ist essenziell. Mit diesem Bewusstsein können wir uns selbst managen.  Man weiß, wie sein Fundament aussieht und wie man aufgrund dessen zukunftsorientiert reagieren sollte. Darüber hinaus sind die Selbstreflexion und die Reflexion mit Mitmenschen, die dein Fundament kennen und verstehen, wichtig um zu analysieren, ob du weiterhin auf dem für dich gewählten Weg gehen willst, auch wenn er vielleicht mal steiniger und herausfordernder wird. So selbstsicherer man mit seinem Fundament umgeht, umso leichter ist es den Gegenwind als Rückenwind zu nutzen. Am Ende ist es die Leidenschaft, die einen antreibt und die Willenskraft die, die einen durchhalten lässt.

Frage 9: Neben fachlichen Impulsen, dient die Weiterbildung auch als Reflexion der eigenen persönlichen Situation. Wie war das für Sie?

Durch die Reflexion im Team und mit mir selbst, bin ich mir noch klarer in meinem zuvor beschriebenen Fundament geworden, was für mich einen absoluten Mehrwert geniert hat. Ich kenne mein Fundament und weiß, dass mein Leben außerhalb der Komfort-Zone stattfindet.

Frage 10: Welche Ziele haben Sie sich für 2022 noch gesetzt?

Ich stehe jeden Morgen auf und weiß, dass ich die bewegende Kraft in meinem Leben bin. Meine Ziele im Leben sind ambitioniert und mein Streben nach Exzellenz macht es oft nicht einfach, aber ich liebe Herausforderungen und ich weiß, wohin meine Willensstärke mich bringen kann. Wenn es gut läuft, habe ich noch rund 70 Jahre Zeit all die Normen, Verordnungen und Gesetze zu ändern, die uns daran hindern, unsere Welt enkeltauglich zu hinterlassen und ich bin verrückt genug zu glauben, dass wir das gemeinsam schaffen werden. Mein Ziel für 2022 ist dann eher noch eine Prise Leichtigkeit und Humor in meinem Leben unterzubringen 😊.

 

Vielen Dank für Ihre Zeit, Frau Dungs!

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