Manuel Engl

Alumni des Monats Juni 2020

Projektleiter Retail IWC Schaffhausen

Ich konnte mich schon immer für die schönen Dinge des Lebens begeistern und habe meine berufliche Laufbahn in der Textilbranche, bei einem amerikanischen Lifestyle und Sportswear Unternehmen begonnen. Über Stationen wie Georgio Armani und Hugo Boss, bin ich schließlich in der Schweiz gelandet. Als Uhren-Aficionado war daher für mich der nächste logische Schritt nicht weit entfernt und so konnte ich im letzten Jahr einen Traum Wirklichkeit werden lassen. Ich bin heute bei der IWC Schaffhausen im Business Development unserer weltweiten Geschäftspartner tätig.

Frage 1: Guten Tag Herr Engl. Was bewegt Sie am meisten in der aktuellen Corona-Krise?

Faszination aber auch Demut. Die gesundheitliche und ökonomische Krise, mit der wir es sicherlich noch einige Zeit zu tun haben werden, ist sicherlich alles andere als positiv und stellt unsere Welt und Gesellschaft auf eine Probe und hat in einigen Ländern ganz fürchterliche Ausmaße angenommen, da gibt es Nichts zu beschönigen. Dennoch ist es auch faszinierend und interessant zu beobachten, wie anpassungsfähig, flexibel und clever wir Menschen sein können, wenn es zu einem globalen Ereignis wie diesem kommt. Es liess sich in dieser Zeit zudem sehr deutlich beobachten, was True Leadership und positive Führung bedeuten kann (und was nicht).

Im Kontrast dazu, sehe ich dem Ganzen auch mit Demut entgegen. Es tat sehr gut, sich einmal mit der Entschleunigung des eigenen Lebens auseinanderzusetzen und  Dinge zu erfahren, wie der Verzicht auf Reisen, den sozialen Kontakt und alltägliche Selbstverständlichkeiten, die vorher schier undenkbar gewesen sind.

Frage 2: Sie haben den Studiengang letztes Jahr im September abgeschlossen. Können Sie uns ein wenig von Ihren Erfahrungen erzählen?

Ich denke gerne zurück an die Zeit am Weiterbildungszentrum und den dort gesammelten Erfahrungen und den Menschen, denen ich dort begegnet bin. Es waren wirklich nachhaltige Seminare und Vorlesungen von tollen und interessanten Referenten. Plus ein Pool von Professionals aus ganz unterschiedlichen Branchen und Industrien, die sich gegenseitig bereichern. Eine echt tolle Zeit.

Frage 3: Sie waren viele Jahre bei Hugo Boss als Key Account Manager tätig. Was hat Sie an dem Lehrgang besonders interessiert, sodass Sie sich für eine Bewerbung entschieden haben?

In der Textilbranche ist hohe Geschwindigkeit gefragt. Durch die saisonalen Kollektions- und Lieferrhythmen sind stets Anpassungsfähigkeit und eine schnelle Reaktion wichtig. Strategien und intelligentes Management wollen gut überlegt sein, müssen im Zweifel aber schnell umgesetzt werden, denn die nächste Kollektion und der nächste Trend stehen unweigerlich schon vor der Türe. Change und Innovation Management sind also KPI´s, die ich besser verstehen und verbessern wollte. In der Textilbranche stehen zudem große Veränderungen an. Sustainability, verändertes Käuferverhalten, der Wegfall von Altersgruppen, Digitalisierung und und und… um Antworten auf diese Themen zu finden, sah ich es als hervorragende Chance an, diesen Lehrgang zu belegen.

Frage 4: Im letzten Jahr wechselten Sie als Projektleiter zu IWC Schaffhausen. Inwieweit können Sie von Ihren Erfahrungen aus der Textilindustrie profitieren?

Die Mode ist seither getrieben, ihren Kunden schnell zu verstehen, Fashion zu kreieren und neue Trends zu setzen. Obwohl die Uhren im wortwörtlichen Sinn nun etwas anders ticken, hat es mir sehr geholfen, die gelernten Fähigkeiten meines Werdegangs, aber auch aus dem CAS, anzuwenden und umzusetzen. Heute gibt es nicht mehr ein klassisches Kundenmuster, welches man auf ein bestimmtes Raster umlegen könnte. Der Kunde ist flexibel und auf vielen Ebenen unterwegs. Ein Maß-Anzug wird mit einem Turnschuh und T-Shirt getragen und so weiter. Das war früher eher undenkbar und war gesellschaftlich nicht akzeptiert. Ähnliches gilt auch in der Uhrenindustrie. Das muss man heute verstehen und erkennen können, sich anpassen und Strategien entwickeln.

Frage 5: Bei der Uhrenindustrie denkt man an eine eher traditionelle Branche, die von der Digitalisierung vielleicht noch weniger betroffen ist. Wie begegnet Ihr Unternehmen dem digitalen Wandel?

Interessanterweise wird dies oft von der Industrie angenommen, Gegenteiliges ist der Fall. Ein nettes Zitat, welches mir dazu einfällt, stammt von William Gibson (amerikanischer Autor): “The future is already here, it’s just not evenly distributed”. Dies kann ich für die Richemont Gruppe und vor allem für die IWC Schaffhausen bestätigen. Gerade in der Zeit der sozialen Distanz und der vielen Einschränkungen während des Lockdowns in Europa und Asiens haben wir schnell und effektiv digitale Projekte umgesetzt und waren Kunden oft näher denn je. Unser Kunde ist heute global aktiv und gut vernetzt. Digitalisierung ist daher eines der Kernthemen mit denen man sich schon früh befasst hat.

Frage 6: Welche Referenten aus dem Studiengang haben Ihnen am besten gefallen?

Hier muss ich ganz klar die Dozenten Prof. Dr. Wolfgang Jenewein, Prof. Dr. Torsten Tomczak, Prof. Dr. Andreas Herrmann sowie Dr. Lüder Tockenbürger nennen. Es hat unglaublich Spass gemacht, ihren Vorträgen zuzuhören und alle sind inhaltlich einsame Spitze.

Aber auch die Praxisexperten Dr. Wladimir Klitschko, Jean-Remy von Matt und Rolf Schumann haben einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen und haben begeisternde Vorträge gehalten.

Frage 7: Welche Konzepte aus dem Lehrgang helfen Ihnen Veränderungsprozesse in Ihrem Unternehmen erfolgreich umzusetzen?

Ich würde sagen, dass es nicht nur ein oder zwei Konzepte gibt, sondern es das Programm in seiner Gesamtheit war, welches mir dabei geholfen hat, viele Dinge einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Tatsächlich habe ich die Unterlagen aus dem dritten Teil (Change Management) gerade in der jetzigen Situation wieder hervorgeholt und mich damit auseinandergesetzt. So hat Covid-19 wohl Change & Organizational Development und Krisenmanagement rein zufällig noch einmal einen ordentlichen Schub gegeben.

Frage 8: Welche Inhalte aus dem Studiengang würden Sie gerne noch weiter vertiefen?

Die Workshops und Vorlesung von Prof. Dr. Karolin Frankenberger bezüglich Business Model Innovation und innovativer kundenorientierter Geschäftsmodelle sind Themen, die mir in der aktuellen Situation immer wieder begegnen. Ich spiele sogar mit dem Gedanken, diese mit Hilfe eines MBA´s noch weiter auszubauen.

Frage 9: Diverse Absolventen berichten uns, dass Sie mit Hilfe des Studiengangs ein stückweit aus Ihrer Komfortzone geholt wurden und neue Inspirationen bekommen haben. War das bei Ihnen ähnlich?

Das kann ich ebenfalls bestätigen. Sich mit einem Team aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenzusetzen und an einer Fallstudie zu arbeiten, ist nicht immer ganz einfach.

Ganz generell halte ich es für ratsam, sich immer wieder einmal aus dem eigenen Rahmen herauszuwagen und Neues zu wagen. Dies schafft der Lehrgang spielerisch und bleibt trotzdem anspruchsvoll.

Viele Inhalte des Studiengangs haben mich sehr positiv überrascht und mir einen Ruck gegeben, dies im eigenen beruflichen Leben auch zu versuchen. Auch wenn es dann im ersten Moment vielleicht unangenehmer erscheinen mag, es bringt einen definitiv weiter.

Frage 10: Welche beruflichen Ziele haben Sie sich für dieses Jahr gesetzt?

Wie es wahrscheinlich vielen dieses Jahr ergeht, habe ich meine Ziele etwas umdisponiert und zeitlich abändern müssen. Ich habe daher beschlossen, mich dieses Jahr voll und ganz auf meine laufenden Projekte zu konzentrieren und flexibel und agil auf alles Neue zu reagieren, das auf mich zukommt. Auf mentaler Ebene möchte ich vor allem noch besser lernen, mit unerwarteten Herausforderungen und überraschenden Situationen (wie der Covid-19 Krise) noch besser umzugehen. Wie Dr. Klitschko sagen würde: F.A.C.E. the Challenge.

Vielen Dank für die interessanten Einblicke, Herr Engl!

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